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Mittwoch, 23. Mai 2018

PANIC Wer Angst hat, ist raus - Lauren Oliver

Sie wusste jetzt, dass es immer Licht gab - jenseits der Dunkelheit und der Angst, außerhalb der Tiefen; es gab eine Sonne, nach der man sich recken konnte, und Luft und Raum und Freiheit.

Verspürt nicht jeder einmal den Drang, ein gefährliches, ja tödliches Spiel mitzuspielen, nur um sich und anderen zu beweisen, dass man dazu in der Lage ist? Nein? Heather eigentlich auch nicht.
Trotzdem tut sie es und überrascht damit nicht nur sich selbst, sondern auch ihr komplettes Umfeld, als ihr Name eines Tages auf der Liste der Mitspieler von `Panic` steht. Panic ist besonders. Panic ist verboten. Panic ist tödlich. Aber gewinnt man es, ist man unfassbar reich ...


Ich denke, dieser theatralische Einstieg passt ganz gut zu dem Buch, welches ich euch heute vorstellen möchte. Es stammt aus der Feder von Lauren Oliver und trägt - oh was ein Wunder - den Titel `Panic - Wer Angst hat, ist raus`. Wie bereits erwähnt, geht es um ein gefährliches Spiel, an welchem so gut wie alle Schulabgänger im Abschlussjahr teilnehmen. Jeder muss eine bestimmte Summe vor Beginn an die Schiedsrichter zahlen, und der Gewinner bekommt eben jenes Geld. Eine Menge Geld. Jedoch ist es nicht einfach, dieses zu gewinnen, denn das ganze Spiel besteht aus immer gefährlicher werdenden Mutproben und Prüfungen, welche definitiv nicht ohne sind. Kein Wunder also, dass es ab und zu Tote gibt. Doch genau das macht Panic aus, und da der an Liebeskummer leidenden Heather sowieso alles egal ist und sie das Geld unbedingt will, spielt sie mit.
Dodge ist der zweite Hauptcharakter, aus dessen Sicht das Buch ebenfalls geschrieben ist. Er nimmt teil, da seine Schwester seit einem Autounfall querschnittsgelähmt ist und er nun versucht, die Familienfinanzen aufzubessern.
Doch beide, Heather sowohl Dodge, haben noch andere, düstere Absichten, warum sie auf dem seidenen Faden des Todes balancieren wollen ...

Um ehrlich zu sein, hatte ich dem Buch gegenüber keine Vorurteile. Das schlichte Cover gefällt mir sehr, und dass man erst beim zweiten Blick das Mädchen im Hintergrund erkennt, fand ich echt cool. Zudem ist der Titel meiner Meinung nach perfekt gewählt und obwohl der Text auf der Rückseite noch nicht so viel verrät, bekam ich sofort Lust dieses Buch zu lesen. Man kann also sagen, dass ich schon eine gewisse Erwartung an das Werk hatte, obgleich ich auch nur durch Zufall drauf stieß und es keinem Hype entsprang. (Was ich kurz angemerkt als sehr angenehm empfand, gehypten Büchern bin ich irgendwie immer skeptisch gegenüber.)

Und was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht. Ich suche bei Büchern ja immer gerne nach einem tieferen Sinn, einer zweiten Bedeutung, und jene offenbarte sich mir am Ende von Panic. 
Es geht nicht einfach nur darum, dass dumme Teenies ein dummes Spiel spielen und sich aus dummen Gründen in Gefahr bringen. Meiner Meinung nach wollte uns Lauren Oliver sagen, dass schlechte Zeiten nur temporär sind. Dass es nicht für immer regnen wird. Irgendwann werden wieder bessere Zeiten kommen und man sollte das Leben nutzen, auch in diesen schlechten Zeiten. Dass du niemals aufgeben sollst.
Ich könnte hier noch weitere 500 Zeichen darüber philosophieren, was weitere, deepe Massages in diesem Buch sein könnten, aber im Endeffekt sollte jeder seine eigene Bedeutung in diesem Buch finden.

Um zurück zu der Story zu kommen: Ich fand die Entwicklung der Charaktere sehr gelungen. Es fiel mir nicht schwer Lauren Oliver jedes Wort zu glauben, was sie schrieb und auch die Art, wie die Charaktere sich wandelten, hat mich sehr berührt. Ich konnte mit ihnen fühlen, ihre Absichten und Ideen nachvollziehen und hatte wirklich das Gefühl Heather und Dodge kennenzulernen. Beide haben ihre Stärken und Schwächen, was von der Autorin wirklich gut gemacht wurde und obwohl man nach den ersten Kapiteln mal wieder das Ende voraussehen konnte, empfand ich das nicht im Geringsten als störend. Hier war der Weg das Ziel und jede Seite war ein Schritt, der getan werden musste. Also: Props to you, Lauren Oliver. 

So lässt sich also zusammenfassend sagen, dass dieses Buch ein sehr emotionales Erlebnis für mich geworden ist, ich konnte mitfiebern und war immer voll dabei. Der Schreibstil war von Anfang bis Ende wirklich angenehm und ich musste noch lange über Panic nachdenken.
Ich würde nicht sagen, dass es mein Lieblingsbuch geworden ist, dafür war mir die Zeit mit den Charakteren dann doch einfach zu kurz, aber ich bin mir sicher es irgendwann noch einmal zu lesen und stelle es definitiv zu den richtig guten Büchern in meinem Regal.

P.S. Ich würde Panic trotzdem niemals mitspielen...


9 / 10 Angsthasen 

 
Allgemeines zum Buch: 

Erscheinungsdatum : 21.11.2014

Preis                        : 8,99€ (Taschenbuch), 17,99€ (gebundene Ausgabe) 

Seitenzahl               : 368

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